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Geschichte

Ursache meiner Leidenschaft

Wieso wollte ich unbedingt dieses Motorrad? Bereits 1977 habe ich mit der Liebe zu „alten“ Boxern infiziert. Der Begriff „alt“ beginnt für mich im Jahre 1972 mit der R75/5, auch wenn BMW tolle Motorräder vor 1969 gebaut hat. Im zarten Alter von 7 Jahren bin ich mit dem Fahrrad in ein Auto gekracht, weil ich unbedingt einer R 90 S hinterherfahren musste. „Mann, war das ein Motorrad!“

Vorgeschichte R 75/7

Als ich 2007 unserem Dorfmetzger seine R 75/7 verkaufen sollte, entpuppte ich mich als schlechter Verkäufer aber guter Käufer. Meine erste Ausfahrt mit ihr im Frankenwald hätte mich fast das Leben gekostet, da ich eines nicht bedacht hatte: „EINE BMW BREMST NICHT, SIE WIRD NUR SCHNELLER LANGSAMER!“ Als lebenserhaltende Maßnahme erhielt die „Gummikuh“ daher ein Implantat einer R100R (1991) mit Doppelscheibenbremse und Vierkolbensattel. Das Ergebnis gleicht „Ankerwerfen" als Bremsen!

Dem 2-Ventil-Boxer restlos verfallen

Meine R90/6 ist eher ein Garagenfund als ein typischer Scheunenfund. Ehrlich gesagt habe ich meinen Nachbarn aus meinem Heimatdorf 5 Jahre in den Ohren gelegen, dass er doch bitte seine „74er“ BMW R 90/6 zu gegebener Zeit „an mich weitergibt“. Er tat mir leid, hat er seine STRICH - vor 20 Jahren beim „Breuers Klaus“ in Lanzendorf gekauft - zuerst aus zeitlichen und dann aus gesundheitlichen Gründen insgesamt nur sehr wenig fahren können.

2018 war es dann soweit: ich durfte die „Nachfolge“ antreten: mit 20.000 km auf der Uhr, stand die BMW (in Monza-Blaumetallic) optisch ganz gut da. Aus zeitlichen Gründen konnte ich mich aber erst 2020 an die Aufarbeitung von Standschäden und (geplante) Inbetriebnahme machen. Die Praxis holt die Theorie schnell ein und mein Zeitplan wurde komplett ausgehebelt.

Umbau und Restauration

Ich möchte meine R 90/6 im Alltag fahren und mit ihr jeden Tag „Freude am Fahren“ erleben. Dafür wünsche ich mir ein Optimum bei Fahrwerk, Bremsen, Durchzug und Komfort! Für meine heutigen Ansprüche musste ich dafür allerdings ganz schön "Hand anlegen".

Umbau

Daher erhält die STRICH6 ebenfalls den kompletten Vorderbau der R100R mit Gabel, Rad, Bremsanlage und hohem Tourenlenker (wie ich ihn damals schon bei meiner R75/7 verbaut hatte). Hinten dämpfen neue Federbeine von YSS mit Zugstufeneinstellung, den Bodenkontakt gewähren moderne MICHELIN-Reifen. Bei aller Verbesserungen sollen diese möglichst wenig die originale Erscheinung trüben. Dafür sind viele kleine unsichtbare Anpassungen nötig wie verlängerte Kabel der Lenkerarmaturen, umgearbeitete Blinkerhalter sowie angepasster Instrumentenhalter. Auch der neue vordere Kotflügel und Gabelstabilisator haben es in sich. (Später soll das Vorderrad noch auf konventionell eingespeicht werden.) Im Allgemeinen empfiehlt es sich, die Urzustände vor dem Umbau fotodokumentarisch festzuhalten: Aussehen, Kabelverläufe, Anschlüsse, Zugehörigkeiten. Ansonsten kommt man später unweigerlich sehr schnell ins Straucheln.

Restauration

Parallel dazu erfolgte die Inbetriebnahme und das sanfte Wachküssen des Motors: Ölablassen, Reinigen, neue Filter, Dichtungen, Öle, Zündkerzen etc. Dabei erlebte ich immer wieder einen Rückschlag, stellten sich doch immer wieder neue Standschäden heraus: die geplante Fertigstellung rückt in weite Ferne! Aber damit kann ich leben, wichtig ist das Ergebnis! Bei der Elektrik aller STRICH-Modelle ist mir klar wieso BMW mit ihren Motorrädern Ender der 70er-Jahre beinahe Pleite gegangen wäre. Gott sei Dank wurde dies mit der R 80G/S behoben und der Grundstein für den heutigen BMW-Erfolg mit dem tollen Konzept der Reiseenduro gelegt.

Momentane Hürden sind Schleifgeräusche im Antriebsstrang. Aber bombenfeste Kontermuttern der Schwingenlager erfordern Spezialwerkzeug mit massiver Hebelwirkung und TRICK17. Erst mit der Lösung dieser Muttern kann ich der Ursache dieses Geräusches auf den Grund gehen. Es bleibt spannend!

Status Quo

Um es kurz zu machen: Meine R90/6 fährt immer noch nicht. Aber spätestens bei der ersten Runde - den kernigen Boxersound im Ohr, wie ihn nur eine STRICH ins Ohr ertönen lässt - sind alle Unwegbarkeiten und Strapazen vergessen. FORTSETZUNG FOLGT.

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